Microcopy, die konvertiert – kleine Texte, große Wirkung
Alt-Texte mit KI brauchen Bildkontext, einen klaren Zweck und eine menschliche Freigabe. Der Leitfaden zeigt anhand konkreter Beispiele, wie Du informative, funktionale und dekorative Bilder korrekt behandelst.

Alt-Texte mit KI funktionieren nur dann zuverlässig, wenn nicht der Bildinhalt allein, sondern der Zweck des Bildes und der Bildkontext die Textalternative bestimmen. Lass die KI einen Entwurf erstellen, prüfe den KI-Entwurf fachlich und veröffentliche den Alt-Text erst nach einer menschlichen Freigabe. Diese Reihenfolge verhindert erfundene Aussagen, unnötige Beschreibungen und mit Suchbegriffen überladene Texte.

In meiner Arbeit mit kleinen Unternehmen und Redaktionsteams sehe ich häufig zwei Probleme: Bilder besitzen keinen Alt-Text oder eine automatische KI-Bildbeschreibung wird ungeprüft übernommen. Eine Bilderkennung kann sichtbare Muster und Texte erfassen. Ohne zusätzliche Angaben kennt die KI jedoch weder den Zweck des Bildes auf der konkreten Seite noch die Information, die ein Screenreader vermitteln soll.

Ein guter Alt-Text beschreibt nicht möglichst viel. Ein guter Alt-Text vermittelt genau das, was das Bild im jeweiligen Zusammenhang leistet.

Alt-Texte mit KI erstellen: fünf Schritte

  • Bildzweck bestimmen: Ist das Bild informativ, funktional oder dekorativ?
  • Bildkontext bereitstellen: Auf welcher Seite erscheint das Bild und was steht unmittelbar davor oder danach?
  • KI-Entwurf erstellen: Die KI darf nur erkennbare und redaktionell bestätigte Fakten verwenden.
  • Alt-Text prüfen: Stimmen Inhalt, Funktion, Sprache und notwendige Details?
  • Menschlich freigeben: Eine verantwortliche Person entscheidet, ob der Text veröffentlicht oder das alt-Attribut bewusst leer gelassen wird.

Dieser Ablauf lässt sich auch in kleinen Teams ohne eigene Fachabteilung umsetzen. Entscheidend ist ein klarer Freigabeprozess. Ein sicher aufgebautes Redaktionssystem für KMU kann die Erstellung und Prüfung von Alt-Texten mit KI direkt in die Medienpflege integrieren.

Was WCAG 2.2 für Bilder verlangt

Das Erfolgskriterium 1.1.1 der WCAG 2.2 verlangt für Nicht-Text-Inhalte eine Textalternative, die einem gleichwertigen Zweck dient. Rein dekorative Inhalte, visuelle Formatierungen und nicht dargestellte Inhalte müssen so umgesetzt werden, dass assistive Technologien sie ignorieren können. Das beschreibt das W3C im Erfolgskriterium zu Nicht-Text-Inhalten.

Der Alt-Entscheidungsbaum der Web Accessibility Initiative unterscheidet unter anderem informative Bilder, funktionale Bilder und dekorative Bilder. Zusätzlich behandelt der Entscheidungsbaum komplexe Grafiken und Bilder mit Text. Diese Kategorien bilden die Grundlage für die Entscheidung über das alt-Attribut. Eine praktische Orientierung bietet der Alt-Entscheidungsbaum der W3C Web Accessibility Initiative.

Barrierefreiheit bedeutet nicht, jede sichtbare Einzelheit in Sprache umzuwandeln. Das Ziel ist ein gleichwertiger Zugang zum Inhalt oder zur Funktion. Eine Person, die das Bild nicht wahrnimmt, soll die Seite verstehen und bedienen können, ohne unnötige Beschreibungen hören zu müssen.

Das Prüfschema: informativ, funktional oder dekorativ?

1. Informative Bilder vermitteln relevante Inhalte

Ein informatives Bild trägt eine Information, die im umgebenden Text nicht bereits vollständig enthalten ist. Das kann ein Produktfoto, ein Teamfoto, eine Aufnahme eines ausgeführten Projekts oder eine einfache erklärende Grafik sein.

Die Textalternative beantwortet in diesem Fall eine klare Frage: Welche Information würde fehlen, wenn das Bild nicht geladen oder nicht wahrgenommen werden könnte?

  • Produktfoto: Nenne die sichtbaren Eigenschaften, die für Auswahl oder Verständnis wichtig sind.
  • Teamfoto: Nenne Personen nur, wenn ihre Identität bekannt, relevant und redaktionell bestätigt ist.
  • Projektbild: Beschreibe das relevante Ergebnis statt jedes Werkzeug und jedes Objekt im Hintergrund.
  • Text im Bild: Übernimm den wesentlichen Text, sofern er nicht bereits als echter Text auf der Seite vorhanden ist.

2. Funktionale Bilder lösen eine Handlung aus

Funktionale Bilder sind beispielsweise verlinkte Logos, grafische Schaltflächen oder Icons. Für die Bedienung zählt die Funktion oder das Linkziel, nicht das Aussehen des Bildes.

Ist ein Bild das einzige verständliche Element in einem Link oder einer Schaltfläche, kann sein Alt-Text den zugänglichen Namen liefern. Ein Lupen-Icon benötigt dann beispielsweise „Website durchsuchen“ statt „schwarze Lupe“. Ein verlinktes Unternehmenslogo, das zur Startseite führt, kann „Berger+Team – Startseite“ erhalten.

Steht die Funktion bereits als sichtbarer Text neben dem Icon oder wird sie technisch über einen anderen zugänglichen Namen bereitgestellt, sollte das Icon nicht doppelt vorgelesen werden. In diesem Fall kann das Bild selbst dekorativ behandelt werden.

3. Dekorative Bilder erhalten alt=““

Dekorative Bilder ergänzen die Gestaltung, vermitteln aber keine zusätzliche Information und besitzen keine eigene Funktion. In diesem Fall ist ein leeres alt-Attribut korrekt:

alt=““

Ein bewusst leeres alt-Attribut signalisiert assistiven Technologien, dass das Bild übersprungen werden soll. Ein fehlendes alt-Attribut ist nicht dasselbe. Fehlt das Attribut vollständig, können Screenreader abhängig von Software, Browser und Einbindung technische Angaben wie den Dateinamen ausgeben.

Typische Kandidaten für alt=““ sind Schmuckgrafiken, Trennbilder, wiederholte Stimmungsbilder ohne Informationswert oder Icons, deren Bedeutung bereits direkt daneben als Text steht. Die Entscheidung hängt vom konkreten Einsatz ab: Dasselbe Foto kann auf einer Seite dekorativ und auf einer anderen Seite informativ sein.

4. Komplexe Bilder brauchen mehr als einen kurzen Alt-Text

Diagramme, Karten und Infografiken enthalten häufig zu viele Informationen für einen einzigen Alt-Text. Verwende eine knappe Textalternative, die Thema und Kernaussage nennt, und ergänze die vollständigen Werte oder Zusammenhänge als sichtbare Langbeschreibung im Seiteninhalt.

Ein sinnvoller Alt-Text könnte lauten: „Balkendiagramm zur Entwicklung der Anfragen von Januar bis Juni; deutlicher Anstieg ab April.“ Die konkreten Monatswerte gehören in eine sichtbare Erläuterung. Davon profitieren sowohl Screenreader-Nutzer als auch Menschen, die Daten lieber als Text lesen oder die Grafik auf einem kleinen Bildschirm betrachten.

Sieben typische Bildfälle aus dem Redaktionsalltag

Produktfoto

Auf einer Produktseite ist ein Foto meist informativ. Relevant sind sichtbare Merkmale, die das Produkt unterscheiden: Material, Farbe, Ausführung oder enthaltene Teile. Austauschbare Formulierungen wie „hochwertiges Produktfoto“ vermitteln dagegen keine konkrete Information.

Teamfoto

Ein Teamfoto kann Personen, Rollen oder die Anzahl der abgebildeten Teammitglieder vermitteln. Namen dürfen nur genannt werden, wenn sie sicher bekannt und im Bild eindeutig zugeordnet sind. Vermutungen über Alter, Herkunft, Beziehungen, Persönlichkeit oder Stimmung gehören nicht in barrierefreie Bildtexte.

Diagramm

Ein Diagramm benötigt eine kurze Einordnung im alt-Attribut und eine ausführliche Erklärung im sichtbaren Inhalt. Die Kernaussage muss auch ohne Grafik verständlich sein. Bei geschäftskritischen Daten sollten die zugrunde liegenden Werte zusätzlich zugänglich bereitgestellt werden.

Verlinktes Logo

Ein verlinktes Logo ist funktional. Der zugängliche Name nennt das Unternehmen und gegebenenfalls das Linkziel. Eine Beschreibung von Farben, Symbolen oder Typografie ist nur nötig, wenn diese Gestaltung selbst Gegenstand des Inhalts ist.

Icon

Ein Icon ohne sichtbare Beschriftung muss über einen zugänglichen Namen die Aktion vermitteln, etwa „Menü öffnen“, „Datei herunterladen“ oder „Suche starten“. Steht derselbe Text sichtbar neben dem Icon, kann das Bild dekorativ behandelt werden, damit der Screenreader die Beschriftung nicht doppelt ausgibt.

Stimmungsbild

Ein Stimmungsbild kann dekorativ sein, wenn es lediglich die Gestaltung ergänzt. Wird dasselbe Bild verwendet, um einen konkreten Ort, eine Leistung oder eine besondere Situation zu zeigen, ist es informativ. Der Seitenzweck entscheidet.

Text im Bild

Wichtige Informationen sollten grundsätzlich als echter Text auf der Seite stehen. Ist relevanter Text ausschließlich im Bild enthalten, muss die Textalternative den notwendigen Wortlaut vermitteln. Enthält der sichtbare Seiteninhalt bereits dieselbe Aussage, ist eine erneute Wiedergabe im Alt-Text meist redundant.

Alt-Texte mit KI prüfen: fünf Vorher-Nachher-Beispiele

Beispiel 1: Produktfoto eines Holztisches

Schlechter KI-Entwurf: „Ein wunderschöner, nachhaltiger Designer-Holztisch aus heimischer Eiche, handgefertigt von einem traditionsreichen Südtiroler Familienbetrieb.“

Korrigierte Fassung: „Rechteckiger Esstisch aus heller Eiche mit schwarzen Metallbeinen.“

Begründung: Der KI-Entwurf erfindet Herkunft, Herstellung, Tradition und Nachhaltigkeit. Die korrigierte Fassung beschränkt sich auf sichtbare, für die Produktauswahl relevante Merkmale.

Beispiel 2: Teamfoto

Schlechter KI-Entwurf: „Das motivierte Verkaufsteam freut sich über den erfolgreichen Jahresabschluss.“

Korrigierte Fassung: „Fünf Mitglieder des Verkaufsteams stehen vor dem Geschäft in Bozen.“

Begründung: Motivation, Freude und Anlass sind aus einem Foto nicht zuverlässig ableitbar. Der Standort darf nur genannt werden, wenn der Bildkontext oder bestätigte Metadaten den Ort eindeutig belegen.

Beispiel 3: Verlinktes Warenkorb-Icon

Schlechter KI-Entwurf: „Schwarzer Einkaufswagen mit zwei Rädern.“

Korrigierte Fassung: „Warenkorb öffnen.“

Begründung: Das Icon ist funktional. Für die Bedienung zählt die ausgelöste Handlung, nicht das Aussehen des Symbols.

Beispiel 4: Diagramm

Schlechter KI-Entwurf: „Ein Diagramm mit mehreren blauen Balken.“

Korrigierte Fassung: „Balkendiagramm der monatlichen Website-Anfragen: Anstieg von 42 im Januar auf 96 im Juni.“

Begründung: Diagrammtyp und Farben reichen nicht. Entscheidend ist die inhaltliche Aussage. Die genannten Werte müssen im Diagramm eindeutig lesbar oder redaktionell bestätigt sein.

Beispiel 5: Dekoratives Stimmungsbild

Schlechter KI-Entwurf: „Sonnenstrahlen fallen durch grüne Blätter und symbolisieren Wachstum und Hoffnung.“

Korrigierte Fassung: alt=““

Begründung: Wenn das Bild nur der visuellen Auflockerung dient, erzeugt eine poetische Beschreibung zusätzliche Ablenkung. Die Redaktion muss das Bild als dekorativ einordnen und das alt-Attribut leer lassen.

Welche Angaben die KI für gute Alt-Texte braucht

Eine automatische Bilderkennung identifiziert visuelle Muster und möglicherweise enthaltenen Text. Für brauchbare Alt-Texte mit KI werden darüber hinaus redaktionelle Angaben benötigt:

  • Bildtyp: Foto, Logo, Icon, Diagramm, Infografik oder Bild mit Text.
  • Seitenkontext: Produktseite, Teamseite, Projektbericht, Anleitung oder Startseite.
  • Bildfunktion: informieren, eine Aktion auslösen oder nur gestalten.
  • Sichtbare Fakten: bestätigte Personen, Produkte, Orte, Werte und Merkmale.
  • Umgebender Text: Informationen, die nicht unnötig wiederholt werden sollen.
  • Ausgabesprache: die Sprache der jeweiligen Seite.
  • Ausgabeformat: kurzer Alt-Text, alt=““ oder Hinweis auf eine notwendige Langbeschreibung.

Diese Logik ist auch in btlabs Core relevant. Das System enthält eine integrierte Funktion für Alt-Text-Entwürfe. Die Funktion beschleunigt Erstellung und Prüfung, ersetzt aber nicht die redaktionelle Freigabe. Eine Einordnung findest Du in der Übersicht zu den Website-Funktionen von btlabs Core.

So verstehe ich sinnvolle KI-Integration in bestehende Abläufe: Die Technik reduziert Routinearbeit, während Kontext, Prüfung und Verantwortung beim Menschen bleiben.

Alt-Texte mit KI erstellen: kopierbarer Prompt

Aufgabe: Erstelle eine passende Textalternative für ein Bild auf einer Website.

Bildtyp: [Foto, Produktbild, Teamfoto, Logo, Icon, Diagramm, Infografik oder Text im Bild]

Seitenkontext: [Beschreibe Thema und Zweck der Seite.]

Funktion des Bildes: [informativ, funktional, unklar oder möglicherweise dekorativ]

Sichtbare und bestätigte Fakten: [Liste nur sichere Angaben auf.]

Direkt benachbarter Text: [Füge Überschrift, Bildunterschrift oder Absatz ein.]

Gewünschte Sprache: [Deutsch, Italienisch oder Englisch]

Anweisung: Entscheide zuerst, ob das Bild informativ, funktional oder dekorativ ist. Ergänze keine Namen, Emotionen, Herkunft, Absichten, Diagnosen, Beziehungen, Orte oder Details, die weder sichtbar noch bestätigt sind. Vermeide die Wiederholung benachbarter Texte. Gib bei einem dekorativen Bild ausschließlich alt=““ aus. Beschreibe bei einem funktionalen Bild die Aktion oder das Linkziel. Empfiehl bei einem komplexen Bild zusätzlich eine sichtbare Langbeschreibung.

Ausgabe: Kategorie, vorgeschlagener Alt-Text und eine Begründung in einem Satz.

Der Prompt verbessert den KI-Entwurf, weil er neben dem Bild auch dessen Funktion und Kontext berücksichtigt. Das Ergebnis bleibt dennoch ein Vorschlag. Namen, Zahlen, Orte und fachliche Aussagen müssen immer mit den Originalinformationen abgeglichen werden.

Typische Fehler einer KI-Bildbeschreibung

  • Erfundene Identitäten: Die KI ordnet einer Person einen Namen oder eine Rolle zu.
  • Interpretierte Emotionen: Ein Gesichtsausdruck wird als Freude, Angst oder Motivation bezeichnet.
  • Vermutete Herkunft: Menschen, Produkte oder Orte werden einer Region oder Kultur zugeordnet.
  • Unterstellte Absichten: Die KI behauptet, was eine Person denkt, plant oder erreichen möchte.
  • Gesundheitliche Zuschreibungen: Körperliche oder psychische Diagnosen werden aus dem Bild abgeleitet.
  • Falsche Details: Kleine Beschriftungen, Zahlen, Modelle oder Materialien werden vermeintlich erkannt.
  • Werbesprache: Begriffe wie „hochwertig“, „einzigartig“ oder „nachhaltig“ ersetzen eine sachliche Beschreibung.
  • Keyword-Füllung: Suchbegriffe werden ohne inhaltlichen Grund in den Alt-Text geschrieben.
  • Redundanz: Bildunterschrift, Überschrift und Alt-Text vermitteln dieselbe Information mehrfach.
  • Falsche Kategorie: Ein dekoratives Bild erhält einen langen Text oder ein funktionales Icon wird nur optisch beschrieben.

Aus über 20 Jahren Praxis in Fotografie, Webdesign, Markenarbeit und technischer Umsetzung ziehe ich eine klare Schlussfolgerung: Gute Bildkommunikation beginnt mit der Aufgabe des Bildes, nicht mit der Formulierung. Wer den Bildzweck nicht bestimmt, kann auch Alt-Texte mit KI nicht verlässlich erstellen.

Alt-Text, Bildunterschrift, Dateiname und Langbeschreibung

  • Alt-Text: Die Textalternative im alt-Attribut vermittelt den Zweck oder die relevante Bildinformation, wenn das Bild nicht wahrgenommen wird.
  • Bildunterschrift: Die sichtbare Bildunterschrift ergänzt Kontext für alle Leser, etwa Namen, Ort, Zeitpunkt oder Quelle.
  • Dateiname: Der Dateiname dient der technischen Organisation und kann das Bild sachlich benennen. Er ersetzt keinen Alt-Text.
  • Titel-Attribut: Ein title-Attribut ist kein verlässlicher Ersatz für die Textalternative und sollte keine wesentlichen Informationen tragen.
  • Langbeschreibung: Eine sichtbare Langbeschreibung erklärt komplexe Diagramme, Karten oder Infografiken ausführlich.

Alt-Text und Bildunterschrift können sich ergänzen. Wenn die Bildunterschrift bereits alle notwendigen Informationen enthält, sollte der Alt-Text denselben Inhalt nicht wiederholen. Prüfe stattdessen, ob eine kurze Ergänzung nötig ist oder alt=““ den besseren Lesefluss ermöglicht.

Mehrsprachige Alt-Texte für Südtiroler Websites

Mehrsprachige Alt-Texte gehören zur jeweiligen Sprachversion der Seite. Ein deutscher Alt-Text auf einer italienischen Seite kann den Lesefluss eines Screenreaders unterbrechen und falsch ausgesprochen werden. Übersetze daher nicht nur einzelne Wörter, sondern passe die Textalternative an den Bildkontext und den umgebenden Inhalt der jeweiligen Sprachfassung an.

Für eine deutsch-italienische oder dreisprachige Website gelten drei Regeln:

  • Informative Bilder: Die Textalternative wird in jeder Seitensprache verständlich und sinngemäß formuliert.
  • Funktionale Bilder: Die Aktion oder das Linkziel wird in der jeweiligen Sprache benannt.
  • Dekorative Bilder: alt=““ bleibt in allen Sprachversionen leer.

Bei Namen, Produktbezeichnungen und Ortsnamen ist keine wörtliche Übersetzung sinnvoll. Prüfe, welche offizielle Bezeichnung in der jeweiligen Sprache gilt. Kleine Teams profitieren von einer zentralen Pflege, in der jede Sprachfassung nachvollziehbar freigegeben wird. Bei umfangreicheren Inhalten unterstützen wir als Freelancer-Kollektiv bei Texten und mehrsprachiger Redaktion.

Freigabecheck für kleine Redaktionsteams

Bevor Du Alt-Texte mit KI veröffentlichst, sollte eine verantwortliche Person sieben Fragen beantworten:

  • Notwendigkeit: Braucht das Bild eine ausgeschriebene Textalternative oder ist alt=““ richtig?
  • Zweck: Vermittelt der Text die Funktion des Bildes im konkreten Seitenkontext?
  • Genauigkeit: Sind alle Namen, Orte, Zahlen, Materialien und sichtbaren Details bestätigt?
  • Redundanz: Wiederholt der Alt-Text nur die Überschrift oder Bildunterschrift?
  • Sprache: Passt die Formulierung zur Sprache und zum Ton der Seite?
  • Linkfunktion: Beschreibt ein funktionales Bild die Aktion oder das Ziel statt seines Aussehens?
  • Prüfung ohne Bild: Ist die Seite verständlich und bedienbar, wenn Du das Bild gedanklich entfernst?

Ergänze bei Diagrammen eine achte Frage: Sind Kernaussage und relevante Daten außerhalb des Bildes zugänglich? Wenn nicht, reicht auch ein präziser Alt-Text nicht aus.

Die menschliche Freigabe verbindet automatische Bilderkennung mit redaktioneller Verantwortung.

Rechtlicher Kontext: keine automatische Konformität

Die Anforderungen der Richtlinie (EU) 2019/882 sind für die von der Richtlinie erfassten Produkte und Dienstleistungen seit dem 28. Juni 2025 anzuwenden. Italien setzte die Richtlinie mit dem Gesetzesdekret Nr. 82 vom 27. Mai 2022 um; dessen einschlägige Vorschriften sind seit dem 28. Juni 2025 wirksam. Die Europäische Kommission dokumentiert die italienische Umsetzung und die zugehörigen Leitlinien.

Ein automatisch erzeugter Alt-Text macht eine Website nicht automatisch rechtskonform oder vollständig barrierefrei. Barrierefreiheit betrifft unter anderem auch Struktur, Tastaturbedienung, Kontraste, Formulare, Medien, verständliche Inhalte und technische Semantik. Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Anleitung und keine Rechtsberatung.

Fragen und Antworten zu Alt-Texten

Wie lang sollte ein Alt-Text sein?

Es gibt keine sinnvolle pauschale Zeichenbegrenzung für jeden Anwendungsfall. Formuliere so kurz wie möglich und so ausführlich wie nötig, damit Zweck und relevante Information ohne unnötige Details verständlich werden.

Gehören SEO-Keywords in den Alt-Text?

Der Alt-Text dient zuerst der gleichwertigen Vermittlung des Bildzwecks. Ein fachlich passender Begriff darf vorkommen, aber Suchbegriffe ohne inhaltliche Notwendigkeit verschlechtern barrierefreie Bildtexte.

Kann der Dateiname den Alt-Text ersetzen?

Nein. Ein verständlicher Dateiname erleichtert die Medienverwaltung, ersetzt aber keine kontextbezogene Textalternative im alt-Attribut.

Ersetzt eine Bildunterschrift den Alt-Text?

Nicht automatisch. Eine Bildunterschrift ist sichtbar und kann zusätzlichen Kontext liefern; der Alt-Text erfüllt eine eigene semantische Aufgabe. Prüfe beide Texte gemeinsam, damit keine unnötige Wiederholung entsteht.

Brauchen Logos einen Alt-Text?

Ein informatives oder verlinktes Logo benötigt in der Regel einen zugänglichen Namen mit dem Unternehmensnamen und gegebenenfalls dem Linkziel. Ein rein wiederholtes Logo kann je nach Bildkontext dekorativ sein, wenn Name und Funktion bereits eindeutig zugänglich sind.

Wie behandle ich Icons richtig?

Bei einer Schaltfläche ohne sichtbare Beschriftung muss ein zugänglicher Name die Funktion vermitteln, etwa „Menü öffnen“. Steht eine gleichwertige Beschriftung direkt daneben, kann das Icon selbst mit alt=““ von Screenreadern übersprungen werden.

Brauchen KI-generierte Bilder besondere Alt-Texte?

Für die Textalternative zählt grundsätzlich der Zweck des Bildes, nicht seine Herstellung. Ist die künstliche Erzeugung für Verständnis, Transparenz oder redaktionellen Kontext relevant, gehört dieser Hinweis eher in die sichtbare Bildunterschrift als automatisch in jeden Alt-Text.

Wie funktionieren mehrsprachige Alt-Texte?

Jede Sprachversion erhält eine Textalternative in der Sprache der Seite. Mehrsprachige Alt-Texte sollten sinngemäß lokalisiert und im jeweiligen Kontext geprüft werden; dekorative Bilder behalten in allen Sprachen alt=““.

Kann ich alle Alt-Texte vollständig automatisieren?

Die KI kann Entwürfe erstellen, fehlende Angaben markieren und Prüfungen beschleunigen. Die Einordnung des Bildzwecks, die Kontrolle sensibler Fakten und die endgültige menschliche Freigabe sollten verbindlich bleiben.

Wie prüfe ich einen Alt-Text ohne Screenreader?

Entferne das Bild gedanklich und lies nur Seite, Bildunterschrift und Alt-Text. Wenn Zweck, Information und Bedienhandlung verständlich bleiben, ist die Grundlage schlüssig. Eine ergänzende Prüfung mit einem echten Screenreader zeigt anschließend, ob der Lesefluss funktioniert.

Fazit: Alt-Texte mit KI erstellen und prüfen

Alt-Texte mit KI sparen kleinen Teams Zeit, wenn der Prozess klar aufgebaut ist. Der Bildzweck kommt vor der Beschreibung, bestätigte Fakten kommen vor Vermutungen und die menschliche Freigabe kommt vor der Veröffentlichung.

Die Technik übernimmt wiederkehrende Arbeit. Kontext, Urteil und Verantwortung bleiben beim Menschen. So entstehen barrierefreie Bildtexte, die den Inhalt präzise vermitteln und niemanden mit unnötigen oder erfundenen Angaben belasten.

Quellen

  1. W3C Web Content Accessibility Guidelines 2.2, Success Criterion 1.1.1 — w3.org (2023)
  2. W3C Web Accessibility Initiative: An alt Decision Tree — w3.org (2024)
  3. Europäische Kommission: Italienische Leitlinien zu Barrierefreiheitsanforderungen — technical-regulation-information-system.ec.europa.eu (2025)
Florian Berger
Bloggerei.de